Waldpark Lousberg


Prolog

 

 

Auf dem Lousberg entstand ab 1807 eine der ersten von Bürgern – und nicht von Fürsten – initiierten öffentlichen Parkanlagen Europas in ungewöhnlicher Lage: Hoch über dem heutigen Dreiländereck bietet sie eine weite Sicht auf die Stadt Aachen und bis zu den grenznahen Regionen der Niederlande und Belgiens. Einem Komitee für die Verschönerung der Stadt ist die Realisierung des Bürgerparks zu verdanken.

Als ab 1794 unter Napoleonischer Herrschaft die erste Vermessung der Rheinlande erfolgte, nutzten die französischen Ingenieure unter der Leitung von Jean Joseph Tranchot auch den Lousberg für ihre Kartenaufnahmen. Der 1807 auf der Kuppe errichtete Tranchot-Obelisk markiert noch heute einen Vermessungspunkt.

Die Gestaltung des Lousbergs übernahm der Düsseldorfer Gartenbaudirektor Maximilian Friedrich Weyhe. Er entwarf einen Landschaftspark, dem eine „Choreographie“ zu Grunde liegt: Sichtachsen wurden eingeplant, um den Blick auf bestimmte Details oder in die Ferne zu lenken.

Am Berghang entstand das Belvedere, welches im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde – heute erinnern Säulenreste daran.

Auf der Kuppe wurde der Monopteros erbaut, ein Rundtempel, welcher ebenfalls den Krieg nicht überstand. An seiner Stelle befindet sich ein Wasserturm, der inzwischen umgebaut und mit einem Drehmechanismus ausgestattet wurde. Die Gäste der Gastronomie im „Drehturm“ genießen so einen sich kontinuierlich verändernden Panoramablick.

Über die Jahrhunderte gereift, hat der Lousberg den Charakter eines Waldparks. In den leuchtenden Farben des Herbstes beeindrucken besonders die Buchen-, Linden- und Ahornalleen entlang der Wege.

Zum Jubiläum im Jahr 2007 ist eine grundlegende Restaurierung der historisch so bedeutenden Parkanlage geplant.