Die Villengärten von Haus Esters und Haus Lange


Prolog


 

Ende der 1920er Jahre beauftragten Dr. Josef Esters und Hermann Lange, zwei Seidenfabrikanten aus Krefeld, Ludwig Mies van der Rohe mit dem Entwurf benachbarter Wohnhäuser und der Privatgärten:

Die Gartenanlagen sind in ihrer Konzeption und Wirkung auf die Gebäude abgestimmt. Ungewiss ist, wie weit Mies van der Rohe persönlich auf die Gestaltung der Gärten Einfluss nahm.

Die präzisen Fensterausschnitte in den Garten, die Sichtachsen von der Terrasse, die Perspektive auf das zonierte Gelände und die überlegte Pflanzung von Baumgruppen und Solitären nehmen die Formensprache des Gebäudes auf. Weite Rasenflächen, Wegeführungen und Beetaufteilungen verkörpern ebenso wie die Architektur klare geometrische Prinzipien und spiegeln die Fortführung nach Außen und Innen.

Die Villen, um 1929 erbaut, sind nicht identisch, ähneln sich aber als ein konzipiertes Ensemble: In der klaren Geometrie der verklinkerten Bauten verbindet sich traditionelle Baukunst mit den Zielen der Bauhaus-Architektur. Zur Straßenseite hin verschlossen, holen beide Häuser auf der Gartenseite das außenliegende Grundstück durch hohe Fenster gleich eines Landschaftsbildes in den Raum.

Eine auf das Wesentliche reduzierte Gesamtarchitektur, im Innenbereich dominierende lichte Weite und Transparenz, machen die Häuser Esters/Lange mit ihren Gärten - mehr als 75 Jahre nach ihrer Erstellung – zu einem Architekturjuwel der klassischen Moderne, das heute von den Krefelder Kunstmuseen für zeitgenössische Ausstellungen genutzt wird.